Combines auf Eisenblech

KLIMAWANDEL

Obwohl In unserer Gesellschaft heute Konsens besteht, dass Frauen und Männer künstlerisch gleich fähig sind, stehen der künstlerischen Berufsausübung von Frauen nach wie vor einschränkende kulturelle Vorstellungen, familiäre Zwänge, gesellschaftliche Konventionen und ökonomische Interessen entgegen.
Jetzt kann man sich fragen: Wurden bei den diesjährigen Künstlerinnentagen die Bildenden Künstlerinnen aus ökonomischen Gesichtspunkten außen vor gelassen? Eine Ausstellung muss beaufsichtigt werden und das kostet Geld. Dabei erhalten in der Regel ausstellende Künstlerinnen, anders als ihre Kolleginnen aus Musik und Literatur, keinerlei Honorar. Wurden sie übergangen, weil es fast jedes vorangegangene Jahr (gerade mal je) eine Ausstellung gab? Ließ sich die regionale Szene nicht eruieren oder erschien sie zu alt?  Seitens der Bildenden Künstlerinnen gab es Anfragen, die unbesehen negativ beschieden wurden. Keine Ausstellung im Frauenoktober ist in mehrfacher Hinsicht bedauerlich. Für Malerinnen, Bildhauerinnen, Grafikerinnen und Fotografinnen, die es äußerst schwer haben, ein Forum zu finden und ihre Stellung im Kunstbetrieb zu behaupten, für das Publikum, dem eine Kunstpräsentation den Oktober immer bunt gefärbt und bereichert hat, sowie die Musikerinnen und Performerinnen, die für ihre Darbietungen ein adäquates Ambiente fanden.
2006 hat die Künstlerin Sibylle Zeh in dem 5000 Namen umfassenden Reclam Künstlerlexikon alle männlichen Vertreter weiß übertüncht. Es blieben 169 Frauennamen übrig. Macht man das Gleiche in dem von Karl-Heinz Steinbeißer 2009 herausgegebenen Verzeichnis „Ingolstädter Maler und Bildhauer des 19. und 20. Jahrhunderts“ findet man 188 Künstler, 26 davon weiblich. Auch im 21. Jahrhundert sieht das Verhältnis kaum anders aus. 
Für freiberufliche Künstlerinnen gibt es keine Gleichstellungsmassnahmen wie in Unternehmen. 
Vor 25 Jahren wurde in Ingolstadt aber der Oktober eine Frau. Mit dieser nachhaltigen Initiative in Sachen Geschlechtergerechtigkeit wirkte das Ingolstädter Kulturleben beispielhaft über die Region hinaus. Heuer ist die Veranstaltung beschnitten. Bildende Künstlerinnen fehlen und der Oktober hat nur noch fünfzehn Tage. Wie schade.

„Justin“, 2918-19. Combine auf Eisenblech, 46x58cm

„Samuel“, 2018, 46x54cm

Aus der Serie „Männer“, 2016-17, Fabrikation, 24x32cm

Aus der Serie „Männer“, 2016-17, Ohne Titel, 24x32cm

Aus der Serie „Männer“, 2016-17, Fischfang, 32x24cm

Aus der Serie „Gesellschafter“, 2015, Das Schwein, 24x32cm